(© Gerhard Ickler, 2002)

Im Pasubiogebiet auf alten Kriegswegen von 1915-1918


Der Monte Pasubio und seine Nachbarberge waren im Ersten Weltkrieg eines der fürchterlichsten Kriegsschauplätze in der Dolomitenfront.
Der Monte Pasubio besitzt zwei plateauartige Gipfel, auf dem Einen hielten die österreichischen Kaiserjäger, auf dem Anderen die Alpini ihre Stellungen bis zum Kriegsende ohne nennenswerte Geländegewinne.(Wie in der gesamten Dolomitenfront)
Stollen im Monte Corno
Die Wege und Steige um die Passhöhe "Pian delle Fugazze" sind fast ausschließlich Kriegssteige, auf denen man ständig auf die Überreste dieser schrecklichen Zeit stößt...manchmal meint man in den Pasubionebeln diesen unglücklichen Seelen zu begegnen... Ich möchte jetzt aber darauf nicht weiter eingehen und lasse die Beteiligten durch ihrer Zitate selber sprechen...
Grat-Klettersteig
"Sentiero alpinistico attrezzato delle Cinque Cime dedicato a Gaetano Falcipieri" nennt sich der eher harmlose Grat-Klettersteig von der Bocchetta Campiglia (1216m) über den Cimon del Soglio (2040m) zum Rif.Achilleo Papa (1928m) direkt unterhalb des Pasubio bei den ehemaligen Italienischen Stellungen. Zu dieser Hütte, die ihren Namen des damaligen Pasubio-Generals erhalten hat, führt auch "die Straße der 51 Tunnels" von der Bocchetta Campiglia hoch. Diese 4-5m breite und 6555m lange Straße wurde nur zum Zweck des Nachschubs in die z.T. senkrechten Wände getrieben. Der längste Tunnel misst 300m und ist stockfinster, wie einige andere auch, eine Lampe ist unentberlich!
Grat-Klettersteig
Strada delle Gallerie Strada delle Gallerie Strada delle Gallerie
"Wie viel Wasser braucht doch ein Gärtner, um auch nur ein kleines Stück Erde richtig zu durchfeuchten, und wie wenig vom kostbarsten Saft, vom Blut verströmt so ein armer, zu Tode verwundeter Menschenkörper. Könnten wir jedoch die Schlachtfelder des ersten Weltkrieges überfliegen, um einige Quadratmeter zu entdecken, die wirlich mit But getränkt, die wahrhaftig mit Gefallenen mehrfach überdeckt gewesen waren, wir würden diese Stelle...auf dem Pasubio finden...eine Menschenmühle war das, in der eine Kompanie nach der anderen zermalmt und zerfetzt wurde, als es galt die "Platte" zu erobern, als es galt die "Platte" zu halten...Pasubio, der Berg der zehntausend Toten, die Stelle der gewaltigsten Sprengungen des Ersten Weltkriegs...der Pasubio ist ein Ort der Läuterung. Er schenkt den Blick ins Grenzenlose, in den Abgrund des Todes, ins Geheimnis des Himmels, in die Macht und Ohnmacht des Menschen. Seltsam: Dieser Berg war nie ein Berg des Hasses, war nie ein Berg der Rache."
(Robert Skorpil, ein Mann der durch diese Hölle ging)
Strada delle Gallerie
"Durch mehr als drei Stunden wogte in diesem Feuerschlunde der Kampf vor und zurück. Die nächtl ichen Schatten verdunkelten unserem Blicke die tragischgen Kampfszenen. Man sah nur mehr das Mündungsfeuer der Maschinengewehre, das Blitzen der Handgranaten und das Feuer der Granatexplosionen. Von Zeit zu Zeit erbebte alles in wildem Kampfgeschrei."
(Oberleutnant Campana)

Stollen im Monte Corno
"Das allgemeine Gespräch der Anwesenden (österr. Kaiserjäger) ging von ihrer zu erwartenden Himmelfahrt bei der nächsten italienischen Sprengung, deren Arbeiten man in unserem Stollen deutlich wahrnehmen konnte. Die meisten glaubten, diesem Berge den Rücken nicht mehr kehren zu können...schwer war das Los des Kämpfers am Pasubio, noch schwerer jenes des Sappeurs (Pioniers).In tiefen feuchten Stollen arbeitete er in gasdurchtränkter, stauberfüllter Atmosphäre und vollbrachte schwerste Arbeit bei ständiger Gefahr, durch Gegenminengänge abgequtscht zu werden, was unglücklicherweise des öfteren auch eintrat."
(Hauptmann Eduard Fröhlich)



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